Nahostkrieg ab 28.02.26
- René Christen
- 5. März
- 5 Min. Lesezeit

Der aktuelle Nahostkrieg ab 28.06.26 im Licht der biblischen Prophetie
Am 28. Februar in den frühen Morgenstunden begann der aktuelle Nahostkrieg, der inzwischen enorme Dimensionen angenommen hat.
Bevor ich auf einige biblisch-prophetische Überlegungen eingehe, sind mir drei Vorbemerkungen wichtig:
1. Mein Zugang ist biblisch-theologisch-prophetisch
In diesem Beitrag argumentiere ich nicht aus völkerrechtlicher oder politischer Perspektive, sondern aus biblisch-theologischer und damit prophetischer Sicht. Das ist mein Fachgebiet. Die Bibel enthält erstaunlich viele Texte, die sich mit weltgeschichtlichen Entwicklungen und zukünftigen Ereignissen befassen.
2. Nur wenige Kriege sind in der Bibel prophetisch angekündigt
Die meisten Kriege der Weltgeschichte werden in der Bibel nicht ausdrücklich vorhergesagt. Deshalb ist es falsch, jeden kriegerischen Konflikt mit einem konkreten Bibeltext zu identifizieren.
3. Kein «Fahrplan-Denken»
Ich versuche bewusst, ein prophetisches Fahrplan-Denken zu vermeiden. Die Bibel liefert nur ganz selten exaktere zeitlich-chronologische Abläufe bezüglich zukünftigen Ereignissen. Sie beschreibt vielmehr grobe Entwicklungen, Tendenzen und eine gewisse Ordnung der Ereignisse.
Sechs Beobachtungen aus biblisch-prophetischer Sicht
Im Folgenden einige skizzenhafte Überlegungen, wie der aktuelle Nahostkrieg im Licht biblischer Prophetie eingeordnet werden kann.
1. Ist der aktuelle Krieg bereits der Krieg in Hesekiel 38–39?
Eine häufig gestellte Frage lautet: Handelt es sich beim aktuellen Krieg um denjenigen in Hesekiel 38–39, den sogenannten Gog-und-Magog-Krieg? Es stimmt: Dieser Bibeltext betont mehrmals, dass dieses Ereignis «am Ende der Zeit» stattfinden wird. Aber wir sind noch nicht dort.
Eine andere Frage: Ist der aktuelle Krieg bereits der Harmagedonkrieg, der in Offenbarung 16,12–16 beschrieben wird?
Meine Einschätzung: Der aktuelle Nahostkrieg ist weder der Hesekiel-38/39-Krieg noch der Harmagedonkrieg. Was jedoch gut möglich ist: Die aktuellen Entwicklungen bereiten Konstellationen vor, die später zu diesen in der Bibel prophetisch beschriebenen Kriegen führen können.
Interessant ist dabei, dass in Hesekiel 38 ausdrücklich Persien (heute Iran) genannt wird und dass sich dieser Krieg unter der Führung Russlands entladen wird. Dass Russland sich im aktuellen Konflikt deutlich pro Iran positioniert, passt zu solchen zukünftigen Entwicklungen. Sehr detailliert zu diesem Hesekiel-38/39-Krieg schreibe ich in den Blogbeiträgen 37–51.
Der Krieg von Harmagedon liegt ohnehin noch später in der endzeitlichen Ordnung. Mehr zu diesem Krieg siehe im Buch Lichter in der Nacht, Band 2 zu Offenbarung 16,12–16.
Zukünftige Nahostkriege – wie zum Beispiel der Hesekiel-38/39-Krieg oder der Harmagedonkrieg – werden in der Bibel als Kriege mit viel größeren und sehr mächtigen Koalitionen gegen Israel beschrieben. Wie ich in meinen Blogbeiträgen zu Hesekiel 38–39 erläutere, treten dort eine größere Anzahl Länder auf den Plan. Der Harmagedonkrieg wird sogar als eine globale Koalition geschildert, die Israel und damit das jüdische Volk auslöschen will.
Genau in diese Richtung kann sich der aktuelle Nahostkrieg entwickeln: Wenn dieser Krieg einmal beendet sein wird, wird sich kaum noch ein einzelnes Land – oder bloß zwei oder drei Länder – allein wagen, Israel anzugreifen. Vielmehr zeichnen diese beiden biblischen Texte (Hesekiel 38–39 und Offenbarung 16,12–16) ein anderes Bild: große und mächtige Bündnisse, in denen zahlreiche Staaten zusammengeschlossen sind. Dabei treten auch Großmächte auf – allerdings auf der gegnerischen Seite Israels und nicht wie im aktuellen Krieg eine einzelne Großmacht wie die USA als Schutzmacht hinter Israel.
2. Israel wird zunehmend zum weltpolitischen Brennpunkt
Wichtige Hinweise dazu finden sich in Sacharja 12,2–5 sowie Sacharja 14,1–4. Dort wird Israel prophetisch vorausschauend als «Laststein für alle Völker» beschrieben – als ein Problem, das die ganze Welt beschäftigt und belastet. Gleichzeitig kombinieren diese Texte diese zukünftige nahöstliche Entwicklung mit der Wiederkunft des Messias Jesus Christus, denn in Sacharja 14 heißt es, dass er mit seinen Füßen am Ende der Zeit auf dem Ölberg stehen wird.
Somit erscheint Israel in diesen Texten am Ende der Zeit als sehr starke Nation («Laststein für alle Völker»), an der sich die ganze Welt reiben wird. Wenn man die Geschichte betrachtet, ist diese Entwicklung erstaunlich. Ein Staat, der erst vor rund 75 Jahren neu gegründet wurde, hat heute tatsächlich eine enorme militärische, geopolitische und wirtschaftliche Bedeutung in unserem Weltgefüge. In Verbindung mit den USA als Verbündeten besitzt Israel aktuell eine enorme Schlagkraft.
Genau durch diese militärischen, geopolitischen und wirtschaftlichen Kräfte kann Israel zunehmend zu einem weltpolitischen Brennpunkt werden – so wie es die Texte aus Sacharja andeuten! Und der aktuelle Nahostkrieg wird diese Entwicklung nochmals rasant beschleunigen.
3. Eine mögliche Phase von Sicherheit für Israel
In Hesekiel 38,10–11 wird außerdem beschrieben, dass Israel zu einem bestimmten Zeitpunkt «ohne Mauern, Riegel und Tore» wohnen wird – also in einer Phase großer Sicherheit.
Das aktuelle Kriegsgeschehen kann zu einer solchen neuen Stabilität im Nahen Osten führen. Denn ...
die Bedrohung aus dem Gaza ist durch Israels Reaktion auf das Massaker vom 7. Okt 23 gebändigt,
die Hisbollah im Libanon wird im aktuellen Krieg erneut entscheidend geschwächt,
der Iran könnte militärisch stark zurückgedrängt werden – wenn auch die islamistischen und damit die israelfeindlichen Kräfte weiterhin Einfluss haben werden.
So könnte eine Phase entstehen, in der Israel sich deutlich sicherer fühlt l – also genau so wie in Hesekiel 38,10–11 vorausgesagt.
Eine andere Möglichkeit – und diese beschreibe ich in Blog 43 – ist jedoch eine trügerische Sicherheit. Israel könnte meinen, man sei sicher – und wird dann plötzlich überrascht. Die Ereignisse des 7. Okt 2023 haben gezeigt, wie schnell vermeintliche Sicherheit täuschen kann.
4. Der weltweite Antisemitismus nimmt weiter zu
Ein Phänomen, das wir weiterhin beobachten werden, ist die weltweite Zunahme des Antisemitismus. Dieses Phänomen wird in Offenbarung 12,1–18 prophetisch vorausschauend eindrücklich beschrieben. Dort wird der geistliche Kampf gegen Israel und das jüdische Volk symbolisch dargestellt. In meinem Buch Lichter in der Nacht, Band 1, gehe ich ausführlich auf diesen Text und auf verschiedene Parallelstellen ein.
Der aktuelle Krieg im Nahen Osten – verbunden mit der starken Rolle der USA und der Persönlichkeiten Donald Trump – wird diese antisemitischen Spannungen weiter verstärken. Auch dieses Phänomen passt in die Linien, die die biblische Prophetie zeichnet.
5. Neue Machtverhältnisse im Nahen Osten
Wenn dieser Krieg eines Tages endet, könnten die größten Feinde Israels in seiner Umgebung stärker geschwächt sein als je zuvor seit der Staatsgründung 1948.
Gleichzeitig ist denkbar, dass sich mehrere Staaten der Region – insbesondere verschiedene Golfstaaten (siehe Blog 51) – noch enger mit Israel zusammenschließen, etwa im Rahmen der Abraham-Abkommen. Solche Entwicklungen könnten für Israel politische Möglichkeiten eröffnen, die bisher kaum vorstellbar waren.
Dabei denke ich besonders an den Tempelberg in Jerusalem. Unter solchen dramatisch veränderten geopolitischen Bedingungen könnte es realistischer werden, dass dort eines Tages ein dritter jüdischer Tempel gebaut wird. Gut möglich wäre dabei eine Lösung, in der dieser Tempel z.B. neben dem bereits bestehenden Felsendom existiert.
Die Kräfte, die bisher gegen diesen dritten Tempel massiv Widerstand leisteten – etwa Hamas im Gaza, Hisbollah im Libanon, der Iran, die Huthis oder andere islamistische Gruppen – könnten nach diesem Krieg so stark geschwächt sein, dass sie kaum noch ernsthaft dagegen ankämpfen können. Auf diese Möglichkeit gehe ich ausführlicher ein in meinem Buch Lichter in der Nacht, Band 1, in der Auslegung von Offenbarung 11,1–2. Auch diese mögliche Entwicklung passt in die Linien, die die biblische Prophetie zeichnet.
6. Wirtschaftliche Erschütterungen in der Endzeit
In Matthäus 24,7 beschreibt Jesus in seiner «Endzeitrede», dass die Zeit vor dem Ende von wirtschaftlichen Spannungen und entsprechend teuren Zeiten geprägt sein wird.
Der aktuelle Nahostkrieg zeigt einmal mehr, wie schnell geopolitische Konflikte die globalen Märkte beeinflussen: steigende Energiepreise, unterbrochene Lieferketten und Verzögerungen im Welthandel.
Solche Entwicklungen können sich zwar wieder beruhigen – doch sie zeigen, wie verletzlich die globale Wirtschaft geworden ist und zunehmend sein wird.
Abschließende Gedanken: Entwicklungen wie Geburtswehen
All diese Entwicklungen werden nicht linear verlaufen, sondern wellenförmig, aber sich steigernd – ähnlich wie Geburtswehen. Genau dieses Bild verwendet die Bibel.
In meinem Buch Lichter in der Nacht, Band 1 (S. 139) beschreibe ich dieses Prinzip ausführlicher. Phasen großer Spannung wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab, doch insgesamt nehmen Intensität und Häufigkeit der Krisen zu.
Doch bei all dem gilt: Es gibt Licht in der Nacht. Dieses Licht ist die Zuversicht auf den wiederkommenden Jesus Christus. Auch dieses Thema gehört in den großen Zusammenhang der biblischen Endzeittexte. Es erinnert uns daran, dass wir trotz aller Krisen nicht in Angst und Panik versinken müssen, sondern unseren Blick auf das Wiederkommen von Jesus Christus und die gewaltige Erlösung durch IHN richten sollen (Lukas 21,28).





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