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Beitrag 29: «Wir erleben gerade den Beginn einer anderen Welt» (Teil 3)

Aktualisiert: 30. Dez. 2022


So lautete der Titel des SPIEGEL-Interviews mit Pierre Servent. Zur Person Pierre Servent und dem Interview siehe Einleitung in Beitrag 27.


Ich zitiere nun zwei weitere Antworten von Servent aus dem SPIEGEL-Interview:

Servent: «Putin wird nicht nachgeben und er wird nicht aufgeben. Er wird das Ganze nun auf russische Art fortführen. Er wird große Verluste in Kauf nehmen … Putin spielt auf Zeit und er setzt darauf, dass die westlichen Gesellschaften kriegsmüde werden. Ich glaube, dieser Krieg kann noch sehr lange andauern …»

Servent: «Putin ist vollkommen egal, was juristisch korrekt ist oder nicht. Aber die Szene zeigte, dass Macron vom System Putin nichts verstanden hat. Er (Emmanuel Macron) ist ein Vertreter seiner Generation, die glaubt, das Böse existiere nicht mehr. Und wenn sich jemand böse verhält, dann nur, weil man selbst nicht nett genug war.»


Gedanken aus biblisch-prophetischer Sicht: Es geht mir in diesem Blog-Beitrag nicht um die Personen Putin oder Macron an sich. Es geht mir um viel mehr. Es geht mir um unsere Zeit und um diese besser zu verstehen. Damit uns das gelingt, müssen wir eine dramatische Fehleinschätzung beachten. Diese Fehleinschätzung besteht darin, dass wir von einer «amputierten» Einschätzung der Kräfte hinter dem Weltgeschehen ausgehen. Präziser: Wir sehen das gesellschaftliche und geopolitische Miteinander nur noch mittels einem Restweltbild und Restjenseitsbild – und verzweifeln daran, weil wir unsere Welt irgendwie nicht zum nachhaltigen Paradies umgestalten können. Wir «verstehen dann die Welt nicht mehr».

Bei uns gilt eben nur noch das rein Innerweltliche, das, was wir sehen. Das, was «gesellschaftlich konsensfähig» ist. Auf dem Weg dahin wurde nicht nur Gott als Schöpfer und Orientierungspunkt «entsorgt», sondern auch – und das noch radikaler – die Existenz des Bösen. Und da finde ich die Analyse von Pierre Servent höchst interessant, wenn er von unserer Zeit sagt, dass sie «glaubt, das Böse existiere nicht mehr». Als Folge entsetzen wir uns dann, sobald z.B. ein Krieg losbricht. Aber es gibt eine unheimliche Macht hinter dem Sichtbaren: Die Macht des Bösen – auch wenn uns «aufgeklärten» Menschen das nicht passt. Leider darf dieses Böse für uns heute als personifizierte Existenz nur noch in Fabeln und Märchen vorkommen. Aber diese Kraft ist höchst real und allgegenwärtig! Die Bibel – das Buch unseres Schöpfers – «offenbart» z.B. im letzten Buch der Bibel – in der Offenbarung –, dass diese Macht personifiziert existiert. Die Bibel definiert sie in Offenbarung 12,9 (in einem einzelnen Vers!) gleich mit vier Identitäten: «der große Drache, die alte Schlange, die da heißt: Teufel und Satan»

  • «Drache» steht für Wut, Krieg, Blutvergießen. In Offenbarung 12,12 steht, dass dieser Drache eine «große Wut» in sich hat.

  • Mit «Schlange» wurde der Teufel schon in 1. Mose 3 als Urbild des Gegenspielers von Gott dargestellt.

  • «Teufel». Die griechische Sprache der Bibel verwendet hier das Wort «diabolos». Direkt übersetzt: der Durcheinanderbringer.

  • «Satan» ist der hebräischen Sprache der Bibel entlehnt. Direkt übersetzt: der Wider­sacher, der Feind Gottes.

Weiter steht in Offenbarung 12,9 über diese Existenz, dass das Böse «den ganzen Erdkreis verführt». Die Macht Satans ist eine globale Macht. Sie ist die größte Großmacht! Sie kann sich in alles Denken, Handeln und Fühlen der Menschen einnisten, wo diese Macht willkommen ist. Zudem warnt uns Offb 12,7–12, dass sich diese diabolische Macht des Bösen zum Ende der Zeit hin global massiv verdichten wird (siehe «Lichter in der Nacht» / Teil 1 / S 82–88).

Anwendung: Angesichts dieser gigantisch-diabolischen Herausforderung brauchen wir dringend Hilfe von außerhalb unseres rein innermenschlichen Systems: Hilfe von Gott, der uns in der Bibel ausgiebig auch über das Böse informiert und uns geduldig seine Hilfe durch Jesus Christus – dem Retter – anbietet. Es gibt genügend Bibeltexte, die beschreiben, wie ER zu dieser Macht des Bösen vorgedrungen ist, sie besiegt hat und in denen er uns Siegesstrategien erklärt. Beispiele: Matth 4,1–11 / Eph 6,13–19 / Kol 1,13.14 / 1.Petr 5,6-9. Wir sehen heute in unserem Zeitgeschehen noch wenig von diesem Sieg. Aber es kommt gemäß Offb 20,1–6 die «Zeit danach», in der dieser Sieg allumfassend sichtbar sein wird – die Zeit in welcher das Böse «in Ketten gelegt» sein wird (siehe «Lichter in der Nacht» / Teil 2 / S 95–104).

Trotzdem: Jede Friedensbemühung, Schadensbegrenzung oder Vorsorge – egal in welchem Bereich – ist auch heute schon wertvoll. Aber längstens haben viele aufgegeben, da man den Zerfall ja doch nicht mehr abwenden könne. Siehe dazu das Ergebnis des neusten Hoffnungsbarometers 2022 von Swissfuture: 60% der Bevölkerung blicken pessimistisch in die Zukunft. Und so hinterlassen ehrliche und aufopfernde Bemühungen um Frieden, Schadensbegrenzung und Vorsorge viele resignierte Helfer, Retter, Gutmenschen und Aktivisten. Insbesondere viele Jugendliche, die sich als «letzte Generation» sehen und daran immens leiden. Siehe den Notstand in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.


Was wir dringend brauchen, sind ...

  • viele Menschen, die wieder vor Gott/Jesus Christus auf die Knie gehen, und IHN um Hilfe bitten ob all dem Diabolischen um und in uns.

  • viele Menschen, die zu Gott/Jesus Christus umkehren, indem wir zugeben, dass wir SEINE Vergebung brauchen ob unserer Vermessenheit.

  • viele Menschen, die hinhören, wenn uns Jesus Christus in seinem Wort sagt, dass wir «nur» Licht und Salz (Matth 5,13–15) in dieser Welt sein können und nicht die Selbst-alles-Erleuchtenden sind.

  • viele Kirchen/Kirchliche Gemeinden, die diese Grundanliegen des Evangeliums wieder eindeutig, laut und zeitgemäß verständlich verkündigen.

Solange wir glauben, «das Böse existiere nicht mehr», lacht Satan – der Böse – denn diese uns eingetrichterte Lüge ist seine raffinierteste Stärke und unsere tödlichste Schwäche. Wir sehen dann nur noch Nacht, uns fehlt das Licht (Siehe auch «Lichter in der Nacht» / Teil 1 / S 78–79).

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